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Die Landwehr zwischen Emserberg und Altenburg / Falkenstein:


Zwischen Emserberg und Altenburg zieht sich eine etwa 800 Meter lange Landwehr hin. Sie besteht aus einem tiefen und einem flachen Graben, zwischen denen ein starker Wall mit breiter Krone verläuft. Der Höhenunterschied zwischen der Grabensohle und der Wallkrone beträgt heute noch in Durchschnitt 2,50 – 3,00 Meter. Wo an der tiefsten Stelle der heutige Weg von Niedenstein nach Sand diesen Wehrgraben durchschneidet, befindet sich eine breite Lücke mit versumpften Wegerinnen. Westlich davon deuten mehrere Erdaufwürfe an, dass hier entweder das Gelände verstärkt war oder ehemals Gebäude standen.

Mehrere alte Pisten laufen aus Richtung Wichdorf auf diese zu. Sie sind auf den bestellten Feldern klar zu erkennen. Es ist anzunehmen, dass es sich hier um eine hessische Landwehr zum Schutze der Gegend um Gudensberg gegen das mainzische Naumburg gehandelt hat; der tiefe Graben liegt jedoch auffälligerweise auf hessischer Seite, die Erdaufwürfe liegen auf der mainzischen Seite.

Auf alten Katastern gibt es zahlreiche Hinweise auf die Landwehr durch Flurnamen wie z.B. „An der Landwehr“, „ Am Schlage“.

Auf dem Blatt „Wolfhagen“ des kurhessischen Messtischblattes von 1852 ist der Wehrgraben zwischen Emserberg und Altenburg genau eingezeichnet, desgleichen der Weg, der von Wichdorf durch die Lücke nach Balhorn und Wolfhagen führt. Auf derselben Karte sind drei Fortsetzungen des Wehrgrabens angegeben, nämlich:

  1. Ein Stück am Südosthang der Altenburg bis an ein bastionsartiges Erd- und Steinwerk, etwa 170 Meter südöstlich des Falkensteins.
  2. Ein Stück von 80 Meter Länge westlich vom Gipfel des Sengel- berges.
  3. Ein Stück von 100 Meter Länge südostwärts desselben Gipfels.

Die Strecke am Fuße der Altenburg in südöstlicher Richtung auf den Falkenstein zu deckt sich mit dem Außenwall der Altenburg. Hier verläuft auch die Grenze des alten Amtes Gudensberg nach der Beschreibung von 1580.

Irrtümlicherweise wird schon damals dieser Außenwall als Fortsetzung des Wehrgrabens angesehen, und dieser Fehler wird dann auf dann auf den Karten bis 1852 weiter übertragen.