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Bonifatius:


Nach alten Erzählungen soll Bonifatius bei seinen Missionsreise in Balhorn gewesen sein.

Das ist auch durchaus möglich, da Balhorn zu dieser Zeit schon bestand und damals vermutlich eines der größten Dörfer der Umgebung war.

In Balhorn erinnert noch die "Hiljen Gaße" und die "Hiljen Höpe" an dieses Ereignis. Vermutlich hat Bonifatius dort gepredigt.

Bonifatius in Hessen:

Zur Person:
Missionsbischof Bonifatius, getauft als Wynfrith (Winfrid), angelsächsischer Benediktinermönch und Missionar, geb. 673 in Wessex (England), wurde “ zusammen mit St.Adalar und 50 weiteren Begleitern “ an Pfingsten 754 (5.6.754) bei Dokkum (Friesland) bei einem Überfall "heidnischer Friesen" getötet. Der greise Missionar wollte in einem 3.Anlauf versuchen, den Friesen das Evangelium zu bringen. Anlässlich des Pfingstfestes sollte eine große Tauffeier für die neu bekehrten Christen stattfinden.

Wynfrith wurde als Kind wohlhabender Eltern geboren. Wahrscheinlich handelte es sich um eine angelsächsische Adelsfamilie. Schon in früher Jugend kam er zur Erziehung und zu schulischer Ausbildung in ein Benediktinerkloster. Das Klosterleben entsprach offenbar seinem Metier, er widmete sich hier wahrscheinlich Studien und der Seelsorge. Als er 40 Jahre alt war, zog es auch ihn aus dem Klosterleben hinaus zur Missionsarbeit, der er sich dann 35 Jahre lang widmete. Eine erste gößere Reise führte ihn zu den Friesen. Er hatte dort jedoch keinen rechten Erfolg. Der Zeitpunkt war außerordentlich ungünstig. 716 hatte der heidnische Friesenkönig das den christlichen Franken unterworfene Friesland zurück erobert. Bei den Friesen war Christentum derzeit nicht gefragt, Wynfrith zog sich wieder nach England zurück. Allerdings war Wynfrith nicht ein Mensch, der sich so schnell entmutigen ließ. Der Gedanke der Missionierung ließ ihn zeitlebens nicht mehr los.

Im Frühjahr 719 reiste er nach Rom, um dem Papst seine Pläne zu unterbreiten und dessen Segen und Unterstützung zu erbitten. Pater Wynfrith wurde am 14. oder 15.Mai 719 in Rom von Papst Gregor II. (715 - 731) zum Heidenmissionar bestellt. Gleichzeitig erhielt er seinen neuen Namen: »Bonifatius«. Der 14.Mai war ein Sonntag, und es war das Fest des cilicischen Märtyrers Bonifatius. An diesem Tag dürfte der eigentliche Festakt stattgefunden haben. Am 15.Mai, das war der erste Werktag nach dem Ereignis, wurde die Angelegenheit in entsprechender Urkunde protokolliert. Die Namensgebung sollte offenbar “ zusammen mit der Aussendung als Heidenmissionar “ Programm sein. Damit hatte Pater Wynfrith / Winfrid / Bonifatius auch offiziell den Auftrag bekommen, im Frankenreich zu missionieren und das geringfügig vorhandene und vielfältig zerstreute Christentum zu strukturieren. Das räumliche Gebiet seiner Missionierung wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgeschrieben.

Der neue Name ist erstmalig nachgewiesen durch das Sendungsschreiben vom 15.Mai 719. Darin heißt es "Gregorius servus servorum dei Bonifatio relegioso presbitero ..." Bonifatius - der Name wird gelegentlich abgeleitet von lat. bonum (das Gute) fateri (ich bekenne) oder fatum (Schicksal) oder fari (ich bringe). Bei der 2.Worthäfte denke ich eher an lat. facio (ich tue, mache, bringe zustande). Der Name Bonifatius würde damit bedeuten "boni facio / Ich tue Gutes". Seinen Taufnamen Wynfrith hat er fürderhin nur noch gelegentlich “ und fast ausschließlich seinen aus früheren Tagen vertrauten angelsächsischen Landsleuten gegenüber “ benutzt.

Wynfrith war wohl der dritte bedeutende Träger des Namens Bonifatius. Franz Flaskamp weist in 'Das hessische Missionswerk des hl.Bonifatius', Verlag Mecke, Darmstadt 1926, S. XIV, unter vielen anderen Werken auch hin auf 'Vita tertia Bonifatii' (verf. nach 917/vor 1075), ed. Wilhelm Levison.

Aus einem Schreiben Papst Gregors III. (731 - 741) an Bonifatius aus dem Jahre 738 wissen wir, dass es damals schon ein Volk der Hessen (populus Hassiorum) gab. Auch wird der Gau oder die Provinz, in der die Hessen wohnen, erwähnt: "provincia quam Hessi inhabitant". Dieses damalige Hessen kann man mit dem heutigen Bundesland Hessen nicht vergleichen. Es handelt sich hier nur um einen sehr begrenzten Bereich, nämlich um das Eddertal, also das Tal der Eder (Edertalsperre, Fritzlar und nicht ganz bis Kassel).

Nach seiner Aussendung als Heidenmissionar zog Bonifatius / Wynfrith von Rom aus über den Brenner, reiste durch das Herzogtum Bayern und landete in Thüringen, wo er sich umschauen wollte. Hier erreichte ihn im Sommer 719 die Nachricht vom Tod des Königs Radbod von Friesland, und der damit verbundenen Ausweitung der fränkischen Hoheit. Im Herbst dieses Jahres trifft Bonifatius in Utrecht ein, wo er sich unter Bischof Wilbrord der Friesenmission widmen will, und wo er wohl auch eine gewisse Weiterbildung als Missionar erhalten hat. Wilbrord soll daran gedacht haben, in Bonifatius seinen Nachfolger als Bischof von Utrecht heranzubilden. Es ist jedoch nicht jedermanns Sache, als Nummer 2 zu arbeiten. Man weiss nicht weshalb, aber schon im Frühjahr 721 trifft Bonifatius in Pfalzel / Mainz ein. Von dort zieht er weiter zum Lahngau. Im Herbst 721 gründet er das Michaelskloster Amöneburg an der Ohm.

722 im Frühjahr kommt Bonifatius im damaligen Hessen “ im Tal der Edder “ an. Seine Predigten zeigen großen Erfolg, schon zu Pfingsten findet eine Massentaufe statt. Offenbar war Bonifatius nicht der Mann, der sein Licht unter den Scheffel stellte. Er lebte schon nach der noch heute gültigen Maxime "Tue Gutes und rede darüber". Jedenfalls entsandte Bonifatius im Sommer 722 seinen Mitbruder (Mitarbeiter) Bynnas nach Rom, um über die Erfolge im Hessenlande zu berichten. Wegen des positiven Echos reiste Bonifatius dann im Herbst selbst nach Rom. Am 30.November 722 wurde Bonifatius vom Papst zum Missionsbischof geweiht.

Im Frühjahr 723 kam der neue Missionsbischof von seiner 2. Romreise zurück. Er machte eine Visite in dem von der Äbtissin Adela gegründeten Kloster Pfalzl, und zu Pfingsten spendete er den hessischen Neuchristen die Firmung.

Trotz dieser seiner Erfolge zeigte es sich, dass “ wohl auch aufgrund seiner zwischenzeitlichen Abwesenheit “ der alte Götterglaube der Hessen nach wie vor offen oder heimlich zu Tage trat. Bonifatius musste ein Zeichen setzen. So kam es im Schutze des in unmittelbarer Nähe gelegenen Frankenstützpunktes Buraburg / Büraburg zur Geismartat, zur Fällung der Donareiche. Nur so konnte er den "blinden Hessen" beweisen, dass ihre Götter keine Macht gegen den Christengott hatten.