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weiterführende Links:

Merxhausen:


  • 973:

    Urkundliche Erwähnung eines Ortes Marcharohusen (ob es sich hierbei um Merxhausen handelt ist nicht gesichert).

  • 1151:

    Erste gut bezeugte Erwähnung des Ortes Merxhausen Godefridus de Merkirshusun, liber homo (ein freier Mann) tritt im Kloster Hasungen als Zeuge auf.

  • 1209:

    Einkünfte des Fritzlarer Petersstifts in Merxhausen.

  • 1210:

    Um 1210 erwirbt eine Bruderschaft aus Geistlichen und Laien von den Herren Hermann und Dietrich von Blumenstein das Dörfchen Merkeshusen (sechs Hufe Landes) zusammen mit der Parochialkirche (eine Hufe Landes). Die Bruderschaft nimmt Männer und Frauen, die ein religiöses Leben in einer Glaubensgemeinschaft führen wollen auf, und bald darauf bitten diese den Erzbischof von Mainz, die Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.

  • 1213:

    Dies geschieht mit der Abfassung der Stiftungsurkunde am 3. November 1213 in Fritzlar. Der Mainzer Erzbischof Sifridus bestimmt, dass die frommen Frauen und Brüder nach den Regeln des heiligen Augustinus dem Herrn dienen sollen. Die Kirchen Wagenhusen und Geylenrod werden dem Chorherren- und Chorfrauenstift inkorperiert. Der Ort Merkeshusen soll, so heißt es in der Urkunde, nun Johannesfeld genannt werden. (..., qui olim Merkeshusen nunc autem Campus sancti Johannis vocatur).

  • 1225:

    Der Hersfelder Abt Ludwig vereinbart mit dem Propst und dem Konvent in Merkershusen einen Länder- und Dorftausch: Das Dorf Almuthshausen in der Nähe des Klosters Merkershusen wird gegen einige Hufe zu Metze, Maden und Vorschütz eingetauscht. Außerdem soll ein besonderes Gebet für die Brüder und Schwestern in Hersfeld gehalten werden.

  • 1237:

    Die neue Pflanzung in Merkershusen (das neue Kloster) zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers soll nach dem Willen des Erzbischofs Sifridus von Mainz gefördert werden.

  • 1242:

    Graf Ludwig von Schauenburg und der Knappe Albert von Waldenstein schenken dem Kloster Merxhausen (Propst Albert de Merkeshusen und seiner Kirche) den halben Zehnten von Wagenhusen. Graf Ludwig von Wildungen, die Grafen von Schauenburg und von Bilstein schenken „der neuwen Plantzung“ in Merxhausen ihre Anteile am Dorf Offenhausen, so dass der Konvent Besitzer des ganzen Dorfes wird.

  • 1243:

    Erzbischof Sifridus III. von Mainz überschreibt dem Konvent der Klosterfrauen in Merkershusen die Einkünfte der Parochialkirche in Offenhusen und der Capelle in Rieden, über die er als Mainzer Erzbischof die Patronatsrechte besitzt.

  • 1248:

    Einkünfte des Fritzlarer Petersstifts in Merxhausen.

  • 1251:

    Rudolf, Herbord und Jordan, Freigelassene des Herrn Konrad von Elben und nun Fritzlarer Bürger, tauschen von dem Propst zu Mercerhusen eine Hofstatt in Fritzlar gegen eine bei Merxhausen gelegene Mühle.

  • 1256:

    Weihe des Klosters Merkershusen und der Kirche mit zwei Altären durch den Weihbischof Dietrich von Wierland. Der Weihbischof Dietrich von Wierland weiht mit seinen Händen – so heißt es in der Urkunde – das Kloster und zwei Altäre der Kirche. Der Hochaltar wird zu Ehren der Gottesmutter Maria, der seligen Erzengel Michael und Gabriel, der Heiligen Johannes Baptista und Johannes Evangelista, der seligen Jungfrauen Katharina und Agnes, der Heiligen Maria Magdalena und der Maria Ägyptiaca sowie aller Märtyrer und Heiligen Gottes geweiht, der Altar in der Mitte der Kirche zur Ehre des heiligen Kreuzes, der seligen Apostel Petrus, Paulus und Andreas, der Märtyrer Stephanus, Laurentius, Vincentius und Georg, der Bekenner und Bischöfe Augustinus, Nicolaus und Martin, der heiligen Margareta, Agatha und der elftausend Jungfrauen.

  • 1269:

    Landgraf Heinrich von Hessen gewährt dem Convent und der Kirche in Merxhausen Freiheit von allen Lasten und Abgaben. Er befreit den Hof, auf dem die Kirche gebaut ist, von „aller schatzung und furderung und allem dienst, der uns mochte zu komen“.

  • 1344:

    Ludewigk von Buchenau und seine Frau Gertrud verkaufen dem Probst Conradt und der Priorissin und dem ganzen Convent der Klosterjungfrauen zu Merxhausen für 52 Mark pur Silbers das Dorf Emmeseberg.

  • 1400:

    Neue Bautätigkeit, Umbau des romanischen Gotteshauses, gotischer Chor Zwei Ablassbriefe aus dem Jahr 1399 fördern das Vorankommen des Baues.

  • 1447:

    Der Konvent der Klosterjungfrauen verkauft „zins, gelt, federvieh“ zu Gudensberg und Obervorschütz für 20 Pfund hessischer Währung. Der Bürger Schrendeisen hat dem „armen convent“ diese Verschreibung „widderumb geben“ mit der Anmerkung „sie sollten got für ihn bitten“.

  • 1450:

    Erheblicher Schaden durch einen großen Brand Verfall des geistlichen Lebens im Kloster und der wirtschaftlichen Verhältnisse, Rückgang der Einnahmen und der Gefälle.

  • 1489:

    Klosterreform

    Landgraf Wilhelm II (genannt der Mittlere) von Hessen und seine Mutter Landgräfin - Witwe Mechthild sowie der Erzbischof Bertold von Mainz veranlassen die Versetzung der noch im Kloster lebenden Nonnen in andere Klöster. Es erfolgt die Übergabe von Merxhausen samt Besitz und Privilegien an regulierte Augustiner Chorherren aus Böddigen bei Paderborn von der Windesheimer Kongregation. Der Landgraf übergibt den Wiederaufbau des abgebrannten Klosters den Augustiner Chorherren. Das Kloster wird von allen Diensten, Lasten, Zinsen und der Hilfe bei der Jagd des Landesherren befreit. Die geistlichen Herren und Brüder sollen sich umso mehr dem Gottesdienst widmen und unbehindert Gott, dem Allmächtigen, dienen und für die Familie des Landesgrafen sowie für „landt und leuth godt desto fleissiger gebitten.“

  • 1495:

    Aufnahme der Chorherren durch das Generalkapitel in Windesheim in die Kongregation.

  • 1496 - 1526:

    Johann von Soest ist Prior des Klosters Schon vor der Aufhebung des Klosters entsendet der Theologe und Reformator Adam Kraft einen evangelischen Prediger nach Merxhausen, Bruder Konrad Kroener, der auch später im Hospital bleibt.

    Nachdem Landgraf Philipp der Großmütige (1504-1567) nach den Beschlüssen der Homberger Synode im Oktober 1526 die Reformation in Hessen einführt, folgt ein Jahr später die Auflösung aller noch bestehenden hessischen Klöster. Bei der Aufhebung des Klosters Merxhausen zählt der Konvent des Augustiner-Chorrherrenstiftes den Prior und 26 weitere Brüder.

  • 1527:

    Aufhebung des Klosters Merxhausen durch die Reformation in Hessen Die Chorherren und Laienbrüder werden abgefunden, soweit sie nicht Predigerstellen annehmen. Nach den Abfindungsurkunden sind noch 26 Ordensleute von der Veränderung betroffen. Vier Brüder hatten schon früher das Kloster verlassen und waren abgefertigt worden. Der letzte Prior hieß Johann Sonszbeck (Hetterschede von Neustadt).

    Güter und Gefälle hatte das Kloster Merxhausen in folgenden Ortschaften: Altendorf, Altenstädt, Balhorn, Bauna, Berningshausen, Beuern, Cassel, Cleinern, Elben, Emserberg, Velmar, Ober- und Niedervorschütz, Fischbach, Geilenrod, Gleichen, Langenvenne, Lohne, Maden, Metze, Mutslar, Niedenstein, Riede, Schwalgenhausen, Wagenhausen, Zwern. Die Dörfer Almuthshausen, Dorla und Offenhausen besaß es ganz.

  • 1533:

    1533 verfügt der Landgraf die nun aufgehobenen Klöster Merxhausen und Haina mit all ihren Gütern und Einkünften zu Landeshospitälern umzuwandeln. In diesen Einrichtungen werden „Arme, Sieche, Kranke und Irre“ aus Dörfern versorgt, wobei Merxhausen den Frauen, und Haina den Männern vorbehalten ist. Die Versorgung ist kostenlos und wird als der „Wille Gottes“ verstanden. In der folgenden Zeit kommen noch Hofheim (1535) und Gronau (1542) als weitere Landeshospitäler hinzu.

    Bemerkenswert ist die gemeinsame Verwaltung dieser vier Einrichtungen durch einen Obervorsteher, der seinen Sitz in Haina hat und den Landgrafen vor Ort vertritt. Erster Obervorsteher ist Heinz von Lüder (†1559). Ihm unterstehen die sogenannten Hospitalsvögte, die vor Ort die Verwaltung der jeweiligen Einrichtung ausüben. In Merxhausen wird Hermann Binziger (†1558) erster Spitalsvogt.

  • 1534:

    Die erste Hospitalsordnung, das Grundstatut, wird am 29. April 1534 verabschiedet. Sie ist durchdrungen mit biblischen Gedanken. In dieser Ordnung werden die Patienten als Brüder und Schwestern bezeichnet. Der Tagesablauf in den Hospitälern wird durch Gebete und Tröstung der Kranken bestimmt.

  • 1555:

    Sicherung der vier großen Landeshospitäler

    In der Folge ist Landgraf Philipp immer wieder darum bemüht den Fortbestand der vier Landeshospitäler zu sichern. Am 4. Dezember 1555 veranlasst er seine legitimen Söhne Wilhelm, Ludwig und Philipp für sich und ihren unmündigen Bruder Georg feierlich zu verkünden, dass sie und alle ihre Erben jede Anordnung des Vaters in Bezug auf die „Hohen Hospitäler“ getreulich einhalten werden.

  • 1557:

    Etwa zeitgleich werden in den Hospitälern Salbücher eingeführt. Diese Besitzinventare, die zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenzgrundlage dienen sollen, sind in Merxhausen seit 1557 bezeugt. Das in den Salbüchern verzeichnete Hospitalsvermögen steht für die wirtschaftliche Selbständigkeit der Hospitäler und damit für die finanzielle Unabhängigkeit vom Territorialstaat (Samtverwaltung).

  • 1562:

    In seinem letzten Testament vom 6. April 1562, in welchem Landgraf Philipp die Teilung seines Territoriums unter seinen vier legitimen Söhnen regelt, ändert er auch den Einfluss der Landesfürsten auf die Verwaltung der Hohen Hospitäler. In dieser Frage, sollen alle vier Teilfürstentümer gemeinsam beratschlagen; die Hohen Hospitäler sind als eine gesamtstaatliche Einrichtung zu verstehen. Als „ewige Stiftung“ von Philipp festgeschrieben, sollen die Hohen Hospitäler fortan für alle Zeit unter dem Schutz der Landgrafenfamilie stehen. Tatsächlich hat es in der Folge auch kein hessischer Landgraf gewagt an der Verwaltung der Hospitäler etwas zu ändern.

  • 1567:

    Reformbestrebungen

    Schon bald zeige sich, dass das System der Hohen Hospitäler an einigen Stellen ausgebessert werden muss. Es soll sichergestellt werden, dass nur wirklich bedürftige Personen aufgenommen werden. Am 31. März 1567 verfügen nach dem Tod Philipps seine vier legitimen Söhne erste Reformmaßnahmen. Nach diesen sollen den Hospitälern keine Gelder entzogen werden. Ebenso sollen immer nur so viele Patienten aufgenommen werden, wie man auch wirklich unterhalten kann.

  • 1590:

    Zwischen 1550 und 1590 steigert sich die Anzahl der Hospitalsinsassinnen in Merxhausen von 150 auf 368 Personen.

  • 1616:

    Merxhausen im 17. und 18. Jahrhundert

    Die enge Verbindung zwischen den Hohen Hospitälern und der Landgrafenfamilie bekommt Merxhausen zu Beginn des 17. Jahrhunderts zu spüren. 1616 stirbt die Tochter Landgraf Wilhelms von Hessen-Kassel, Prinzessin Sophie von Hessen, kinderlos. In ihrem Testament vermacht sie dem Hospital Merxhausen 2000 Gulden. Dieses Vermächtnisgeld wird bis 1927 gesondert verwaltet. Eine Gedenktafel zu dieser Schenkung befindet sich in der Klosterkirche.

  • 1618 - 48:

    Auch eine der größten Katastrophen der Frühen Neuzeit, der Dreißigjährige Krieg, macht vor der nordhessischen Region nicht halt. 1631 plündern die Truppen des kaiserlichen Feldherrn Tilly das Hospital Merxhausen. In die gleiche Zeit fallen vergebliche Bemühungen das Hospital in ein Kloster zurückzuverwandeln.

  • 1668:

    Im Jahr 1668 setzen die ältesten Kirchenbücher von Merxhausen ein.

  • 1733:

    1733 finden in Merxhausen weitreichende bauliche Erneuerungen statt. So wird der Südflügel des Hospitals vollständig erneuert. Ebenso erhält die Klosterkirche eine grundlegende Renovierung.

  • 1767:

    1767 und 1768 erfährt die Klosterkirche in Merxhausen eine deutliche Verkleinerung.

    Am Ende des 18. Jahrhunderts zeigt sich deutlich, dass sich Merxhausen immer mehr von einem allgemeinen Hospital zu einer alleinigen Anstalt für weibliche Geisteskranke entwickelt. Nach Schätzungen werden in dieser Zeit jährlich etwa 100 bis 130 Patientinnen behandelt.

  • 1810:

    Ende der alten Hospitalsverwaltung

    Durch die Besetzung Hessens durch napoleonische Truppen und die anschließende Schaffung des Königreichs Westfalen wird mit einer jahrhundertealten Tradition gebrochen. König Jérôme, ein jüngerer Bruder des französischen Kaisers, veranlasst 1810 die Auflösung der gemeinsamen Verwaltung der vier Hohen Hospitäler. Ein Jahr später wird zusätzlich die Pfarrei Merxhausen aufgehoben. Die Hospitalsseelsorge wird dem Pfarramt Sand unterstellt und diesem als Vikariat angeschlossen.

    In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Kirche in Merxhausen mehrfach renoviert und erhält ein neues Orgelprospekt.

  • 1866:

    Durch die Eingliederung Kurhessens in den preußischen Staat (1866) ergeben sich wieder weitreichende Veränderungen für die Verwaltung des Hospitals. Die Verwaltung wird dem neugegründeten Kommunal-ständischen Verband unterstellt.

  • 1881:

    1881 erfolgt die Öffnung des Hospitals auch für Kranke aus den Städten. In das gleiche Jahr fällt die erste Festanstellung eines Arztes.

  • 1910:

    Auf dem Weg zur eigenständigen Gemeinde

    In Merxhausen wird die Stromversorgung bereits seit Anfang des Jahrhunderts durch ein eigenes Aggregat sichergestellt.

  • 1914 - 18:

    Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) wird im Hospital Merxhausen zeitweilig ein Lazarett eingerichtet.

  • 1929:

    1929 wird Merxhausen nach langer Zeit endlich als eigenständige Gemeinde anerkannt. Bisher war die offizielle Bezeichnung eine „besondere Gemarkung mit eigenständigem Gutsbezirk“. In das gleiche Jahr fällt die Umbenennung des Hospitals in Landesheilanstalt.

  • 1934 - 35:

    1934 und 1935 finden erneut weitreichende Renovierungen und Umgestaltungen der Kirche statt. Ebenso wird eine Freiwilligen Feuerwehr gegründet.

  • 1939 - 45:

    Merxhausen in der Zeit des Dritten Reiches

    Mit dem Zweiten Weltkrieg beginnt eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Merxhausens. Im Sommer 1939 wird in Berlin die „Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten“ gegründet, welche die systematische Vernichtung von psychisch erkrankten Erwachsenen plant. Am 28. Juni 1940 treffen in Merxhausen die ersten Meldebögen für diese „T4 - Aktion“ ein. Diese sollen bis zum 1. August an das Reichsinnenministerium zurückgesendet werden. Merxhausen hat damals etwa 1200 Patientinnen. Am 18. April 1941 trifft die erste Verlegungsliste ein. Nach dieser sollen 200 Frauen in eine andere Anstalt verlegt werden. Zwölf Tage später werden die ersten Patientinnen mit der Eisenbahn nach Eichberg gebracht. Von dort deportiert man sie später weiter nach Hadamar, wo seit 1941 die systematische Vernichtung der Patienten erfolgt. Weitere Verlegungslisten folgen im Mai und im Juni 1941. Die Belegzahl geht von 1206 im Jahr 1939 auf 345 im Jahr 1941 zurück. 1943 und 1944 werden zudem psychischerkrankte russische und polnische Zwangsarbeiterinnen auf dem gleichen Weg aus Merxhausen verlegt. Eine Gedenktafel am Verwaltungsgebäude erinnert heute an die schreckliche Zeit.

    Seit 1942 dient Merxhausen wieder zeitweilig als Reservelazarett. 1945 sind in zehn Gebäuden der Landesheilanstalt Verwundete untergebracht. Ebenso finden viele Flüchtlinge aus Kassel hier ein neues Zuhause.

  • 1945 - 49:

    Merxhausen nach 1945

    Nach Kriegsende wird das Reservelazarett von der bereits 1943 gegründeten Hilfsorganisation UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitaion Administration) übernommen. Diese macht sich die Pflege und Rückführung kriegsbedingt erkrankter Ausländer in ihre Heimat zur Aufgabe. Nach Auflösung der UNRRA (1946) wird ihre Arbeit durch die Nachfolgeorganisation IRO (International Refugee Organization) fortgeführt. Auf dem Merxhäuser Friedhof finden sich heute über 60 Gräber von Ausländern, die in der Zeit des UNRRA- und IRO-Lazarettes verstarben. Nach Auflösung des IRO-Hospitals in Merxhausen (1949) werden wieder über 700 psychisch erkrankte Frauen in der Landesheilanstalt betreut.

  • 1949:

    1949 wird mit der aus dem Sudetenland stammenden Maria Schaal die erste Bürgermeisterin von Merxhausen gewählt. In den folgenden Jahren wird das „Rote Feld“ vollständig von Kindern bewohnt. Zeitweilig entstehen hier für Kinder ein Kurheim und eine Tuberkulose-Heilstätte.

  • 1953:

    1953 wird auf Beschluss der Hessischen Landesregierung der Landeswohlfahrtsverband gegründet, dem im Anschluss alle elf hessischen Landesheilanstalten unterstellt werden.

  • 1957:

    1957 erfolgt die Umbenennung der Landesheilanstalt Merxhausen in Psychiatrisches Krankenhaus.

  • 1958:

    1958 wird zwischen Sand und Merxhausen die Kriegsgräberstätte errichtet. 242 Kriegsgefallene finden hier ihre letzte Ruhe. 1964 wird ebenfalls zwischen Sand und Merxhausen das Freibad eingeweiht.

  • 1966:

    Am 1. September des Jahres 1966 erkennen die Gemeindevertretungen von Sand und Merxhausen, dass man gemeinsam die Zukunft wirkungsvoller gestalten könnte, wenn man sich zur Gemeinde Emstal zusammenschließen würde.

  • 1976:

    Der Zusammenschluss erfolge durch die Auswechslung der Ortsschilder am 1. Januar 1967 durch die bisherigen Bürgermeister Willi Heinemann (Sand) und Günter Werner (Merxhausen).

  • 1972:

    1972 treten noch Balhorn und Riede der Gemeinde bei.

  • 1974:

    1974 kommt es erneut zum Bruch einer alten Tradition. Fortan werden die Zuständigkeiten der Krankenhäuser Merxhausen und Haina nicht mehr über das Geschlecht des Patienten geregelt. Merxhausen ist nun zuständig für alle psychischkranken Frauen und Männer aus der Stadt und dem Landkreis Kassel, sowie dem Werra-Meißner Kreis.

  • 1977:

    1977 erfolgt die Einrichtung und Besetzung einer Pfarrstelle für das Krankenhaus und die Kirchengemeinde Merxhausen.

  • 1984:

    1984 wird der Verein Klosterspiele Merxhausen e.V. gegründet. Auf der Freilichtbühne im Klostergarten werden seitdem Stücke aufgeführt, bei denen Patienten des Krankenhauses mit einbezogen werden.

  • 1998:

    1998 erfolgt die Umbenennung des Krankenhauses Merxhausen in Zentrum für Soziale Psychiatrie Kurhessen. Die Einrichtung besitzt mehrere Betriebszweige und Außenstellen.