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Riede:


  • 1074:

    Für Riede finden sich in den geschichtlichen Dokumenten unterschiedliche Schreibweisen: Riethun, Riethe, Riden, Rieden, Reden und Rieda.

    Die erste Nennung von Riede ist 1074 in einer Urkunde des Klosters Hasungen. Bei der Urkunde handelt es sich allerdings um eine Fälschung, die um 1100 entstanden sein muss.

  • 1155 - 58:

    In der Zeit von 1155 - 1158 bestätigt der Abt Hillebold von Hasungen eine Schenkung durch Gottfried, ein freier Mann zu Merxhausen und seiner Frau. Riede taucht dann in den Besitzverhältnissen des Peterstifts zu Fritzlar auf.

  • 1242:

    1242 erlaubt der Erzbischof von Mainz dem Probst des Klosters Merxhausen, die Einkünfte der Pfarrkirche zu Offenhausen und der Kapelle zu Riede verwenden zu dürfen.

  • 1286:

    Der Ritter Otto von Hund schenkt dem Kloster in 1286 „meine beiden Eigengüter in Riede".

  • 1356:

    1356 gibt Landgraf Heinrich das Dorf Riede im Gericht Balhorn den Herrn von Wehren zu Lehen, bevor Henne von Wehren 1443 die Ortschaft an Johann von Meysenbug verkauft. Dieses hessische Adelsgeschlecht wird nun bis 1810 in Riede regieren.

  • 1450:

    In 1450 war wahrscheinlich der Beginn des Schlossbaues. 1563 findet der erste Umbau des Schlosses durch Leo von Meysenbug statt, Meysenbugs besaßen dann auch den Ort Heimarshausen.

  • 1574:

    1574 wird das Osttor des heutigen Schafstalles erbaut, das Jahr finden wir auch auf der kleinen Bronzeglocke der Rieder Kirche.

  • 1631:

    1631 wird die Gegend um Riede häufig von Kriegstruppen durchzogen, Niedenstein und Kirchberg werden angezündet, wahrscheinlich auch Riede. Die Bevölkerung flüchtet für Tage und Wochen in die Wälder.

  • 1670:

    1670 wird das erste Gemeindehaus in der Elbenberger Strasse 7 gebaut, 1674 baut Wolrad von Meysenbug mit seiner Ehefrau, einer geborenen Engländerin von Robinson eine Kirche und das Südtor, an dem heute noch die Wappen zu sehen sind. Weitere Anbauten finden am Schloss 1679 statt, das Gutshaus mit Brauhaus und Stallungen wird 1682 erbaut.

  • 1691:

    In 1691 finden in Hessen Landvermessungen statt, wahrscheinlich entsteht dadurch die Karte „Rieda 1691“, die heute Eigentum der Gemeinde Bad Emstal ist.

  • 1739:

    Die Vorläufer der Bürgermeister, die „Greben“, erhalten in 1739 die „Grebenordnung“. 1756 beginnt der siebenjährige Krieg, der für die Gegend um Riede sehr belastend war.

  • 1770:

    Heinrich von Meysenbug lässt einen neuen Englischen Landschaftspark anlegen. Dazu beauftragte er um 1770 Johann Heinrich Müntz. Der Waldpark wurde im frühromantisch-sentimentalen Stil angelegt und mit vielen einheimischen und exotischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Dort findet man heute unter anderem einen Obelisk, eine Turmruine, eine Einsiedlerhütte, die "Hennerkappelle" und ein Gedenkstein der die Inschrift "Alles oder nichts" trägt.

  • 1803:

    1803 wird Hessen Kurfürstentum, in 1806 nehmen die Franzosen Hessen ein und geben 1807 den Cote Napoleon durch Jérôme, den jüngsten Bruder Napoleons heraus.

  • 1810:

    Diesem fällt in 1810 als König von Westfalen das Lehen Riede zu. Der schenkt es dem Grafen General d`Albignac, ernennt ihn zum Grafen von Ried. Dieser allerdings sieht Riede nie persönlich.

    Der letzte Meysenbug, Heinrich von Meysenbug, war Landrat in Kassel und stirbt dort 1810 auf dem Weg zur Ständeversammlung am Friedrichsplatz. Sein wichtigstes Vermächtnis ist der Landschaftspark von Riede. Meysenbug beherbergte berühmte Künstler und Philosophen in Riede. Dies ist Gegenstand heutiger Forschungen.

  • 1813:

    1813 kehrt der Kurfürst Wilhelm I. auf seinen Thron zurück, er schenkt das Gut Riede nebst Schloss seinem Sohn, Kurprinz Wilhelm. 1818 kommt Riede vom Amt Gudensberg zum Amt Naumburg, 1821 zum Landkreis Wolfhagen. In 1826 erwirbt die Familie von Buttlar zu Elbenberg das Gut Riede. Durch die neue Gemeindeordnung veranlasst, wird 1835 ein Gemeindeprotokollbuch angelegt, das bis 1934 geführt wird.

  • 1834:

    1834 zerstört ein Brand große Teile Riedes. 1855 beschwert sich Isaak Katz aus Heimarshausen über seinen Stand in der Rieder Synagoge. In Riede besteht ab ca. 1845 bis zur Zeit des Nationalsozialismus eine Synagogengemeinde mit einer jüdischen Schule. Jüdische Mitbürger wohnen schon seit dem 18. Jahrhundert in Riede. Etwa 10% der Bevölkerung im 19. Jahrhundert sind jüdischen Glaubens. Ein Aron Kanter ist Gemeindevertreter in Riede. Sieben Rieder Mitbürgerinnen und Mitbürger verlieren ihr Leben in Konzentrationslagern, mit einem Schlag ist die Geschichte der Rieder Juden gewaltsam zu Ende gebracht.

  • 1860:

    1860 wird der erste Gemeindebackofen gebaut, in 1903 entsteht die erste Wasserleitung.

  • 1919:

    Nach dem ersten Weltkrieg wird 1919 Riede an die Elektrizität angeschlossen.

  • 1939 - 45:

    1939 kommen die ersten Evakuierten aus dem Saargebiet nach Riede. Nach dem Polenfeldzug wird in Riede ein Reserve-Feldlazarett errichtet. Mit der Befreiung vom Nazi-Regime durch die Amerikaner endet Ostern 1945 der 2. Weltkrieg für Riede.

  • 1959:

    1959 wird das Dorfgemeinschaftshaus gebaut.

  • 1972:

    Der Zusammenschluss mit der jungen Gemeinde Emstal erfolgt 1972. Heute gilt Riede als „Nordhessisches Kleinod“, da das Fachwerkdorf mit Schloss und Landschaftspark enorme Entwicklungsmöglichkeiten für Bad Emstal bietet, die allerdings in Teilen noch anerkannt und erschlossen werden müssen.