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Wüstung Emser Berg:


Die Wüstung Emserberg liegt am mittleren Westhang des gleichnamigen Berges nordöstlich oberhalb des früheren Klosters Merxhausen. Auf einer Hangverebnung von etwa 250 Metern Durchmesser im Bereich zweier hier entspringender Quellen erstreckte sich einst die Dorfstelle mit mehreren Höfen. Eine weitere Hofstelle lag 250 Meter südwestlich an einem früheren kleinen Bachlauf. Am Rande der Hangverebnung sind mehrere parallel zum Berghang verlaufende mittelalterliche Ackerraine im Gelände zu erkennen. Gebäudereste oder andere Siedlungsrelikte haben sich nicht erhalten. Die Hangverebnung ist großflächig mit Immergrün (Vinca minor) bewachsen, das als typischer Siedlungsanzeiger gilt. Bei Geländeexkursionen konnten mehr als 200 Gefäßscherben des 13./14. Jh. aufgelesen werden.

Urkundlich wird Emserberg erstmals im Jahre 1335 erwähnt (siehe Urkunde aus dem Kopialbuch oben), als Heinrich von Wolfershausen seinen dortigen Hof an Konrad Wackermaul verkauft. 1344 besitzt Ludwig von Buchenau das Dorf mit Gericht, Zehntem und Zubehör und verkauft es dem Kloster Merxhausen. Das Kloster erwirbt 1377 eine Rente aus Gütern „in dem Dorffe und der Dorffmarke zu dem Emmeseberge an Hufen, an Hoffen, an Garten etc“. Im Lehnbuch der hessischen Landgrafen ist überliefert, dass um 1376 die Brüder Rudolf, Curd und Wiederhold von Wichdorf ein Gut im Dorfe Emserberg besaßen.

1386 wird Emserberg als landgräfliches Dorf bezeichnet, das zum Gericht Balhorn gehört. Ein Jahr zuvor verpfändet Landgraf Hermann das Dorf an Friedrich von Hertingshausen, dem er für seine vielfältigen Dienste 950 Goldgulden schuldig geblieben war. 1428 erhält Reinhard von Dalwigk das Dorf Emserberg von Landgraf Ludwig. 1434 verleiht es der Landgraf an Hermann Hund als Burg- und Mannlehen. Zwischen 1413 und 1457 besitzt Hans Hesse zu Niedenstein ein Gut in Emserberg als landgräfliches Lehen. 1444 beleiht Landgraf Ludwig die Brüder Otto und Heinrich Schade mit einem Gut in Emserberg.

In einer Urkunde des Hospitals Merxhausen von 1544 wird Emserberg als Wüstung bezeichnet.

Bei dem 1403 erwähnten Hof „da gelegen ist czo Emseberg, das da heyscet Wegeners Gut“ dürfte es sich um eine in der Gemarkung Niedenstein unterhalb des Emserberges durch archäologische Funde des 14./15. Jh. belegte Hofwüstung handeln.