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Wüstung Mutslar:


Noch 1515 hat das Kloster Hasungen Einkünfte von neun Grundbesitzern des früheren Dorfes Holzkirchen.

Mutslar wird erstmals 1081 in einer Mainzer Urkunde erwähnt, als Erzbischof Siegfried I. dem im Jahre 1074 gegründeten Kloster Hasungen die von ihm und anderen Grundbesitzern geschenkten Güter, darunter auch Besitz in Mutslar, bestätigt. Bei der Urkunde handelt es sich um eine Fälschung, die um 1100 entstanden sein muss. 1145 und 1159 wird der Ort nochmals in Hasunger Urkunden genannt. Das Kloster Merxhausen kauft 1242 das Dorf, das sich zu dieser Zeit in den Händen der Herren von Schauenburg befand. 1209 und 1359 stehen dem Petersstift in Fritzlar Einnahmen aus dem Zehnten in Mutslar zu.

1357 und auch noch 1396 wird Mutslar als landgräfliches Dorf bezeichnet. 1383 verkauft Eckerhart von Venne dem Kloster Merxhausen ein Gut in Mutslar. Hermann von Elben und seine Frau Else schenken 1354 dem Kloster Breitenau in Guxhagen ihr Gut in Mutslar, zu dem 7 Hufen Land an Holz und Feld, 2 Köterhöfe und eine Mühle gehören. 1358 erhält das Kloster Breitenau eine weitere Hufe Ackerland und Waldnutzungen in Mutslar von Otto und Hermann von Elben und dem Priester Johannes von Gudensberg.

1437 bekamen Reinhard von Dalwigk und Friedrich von Hertingshausen die Wüstung Mutslar von Landgraf Ludwig als Lehen übertragen. Nach einer Fehde zwischen Landgraf Ludwig und den von Dalwigk und Hertingshausen mussten beide 1448 auf ihr Lehen in Mutslar verzichten. Die Bewohner hatten damals das Dorf schon verlassen. Vielleicht ist Mutslar 1387 in den Auseinandersetzungen zwischen Landgraf Hermann und dem Mainzer Erzbischof zerstört worden, als auch die Burg Gudensberg und die Stadt Niedenstein niedergebrannt wurden. Die Dorfbewohner scheinen in der Feldgemarkung von Mutslar das Dorf Sand erbaut zu haben. Hierauf weist ein Rückvermerk auf den Schenkungsurkunden des Klosters Breitenau hin. Im Gudensberger Salbuch von 1579 findet sich der Hinweis zum Muzeler in der Sander Gemarkung gelegen.