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Gedenktafeln:


 

Zeittafel - Geschichtlicher Abriß bis 1957:

 

 

Augustinerkloster und Hospital in Merxhausen
1213 Merxhausen ist eine Klosterstiftung der Herren von Blumenstein bei
         Dörnberg, bestätigt durch den Erzbischof von Mainz als
         Augustiner-Chorherren-Doppelstift.
1256 Nach 43-jähriger Bauzeit wird die Klosterkirche mit zwei Altären geweiht.
         Die Chorherren wandern noch im 13. Jahrhundert ab; seitdem Nonnenkloster.
1475 im 15. Jahrhundert große Brände und Verfall des Klosterlebens.
1490 Landgraf Wilhelm II. von Hessen betreibt die Klosterreform:
         Versetzung der Nonnen in andere Kloster. Übernahme und Wiederaufbau
         von Merxhausen durch Augustiner-Chorherren aus Böddeken in Westfalen.
1527 Das Kloster wird aufgehoben, 27 Chorherren und Brüder werden abgefunden.
1533 Gleichzeitig mit den Klöstern Haina, Gronau und Hofheim wird Merxhausen
         durch Landgraf Philipp den Großmütigen in ein Hospital für arme Kranke
         aus der Landbevölkerung umgewandelt. Der gesamte Klosterbesitz
         bleibt dem Hospital erhalten.
1575 Auch nach der Teilung Hessens gehört Merxhausen mit 365 Kranken zu den
         vier "Hohen Hospitälern", die bis 1810 unter gemeinsamer Verwaltung stehen.
1631 Im 30 jährigen Krieg wird das Hospital durch die Kaiserlichen unter
         Tilly verwüstet, aber erneut aufgebaut.
1881 Das Hospital wird für Kranke aus den Städten gegen Zahlung der Kosten
         geöffnet. Der erste Arzt wird fest gestellt; zuvor Betreuung durch
         auswärtige Ärzte.
1929 Die historische Bezeichnung Hospital wird in Landesheilanstalt geändert.
1957 Psychiatrisches Krankenhaus des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.
 

Erinnerung an Landgraf Philipp:

LANDGRAF
PHILIPP D. GROSSMUETIGEN
GEB. 13 NOVEMBER 1504.
DEM STIFTER DIESES HOSPITALS
DAS DANKBARE HESSENLAND
 

Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus:

 
WIR ERINNERN UNS DER PATIENTINNEN DER
LANDESHEIL UND PFLEGEANSTALT
MERXHAUSEN, IHR LEBEN GALT DEN
NATIONALSOZIALISTEN ALS "LEBENSUNWERT".
HIER WURDEN MENSCHEN ZWANGSSTERI-
LISIERT, VIELE WURDEN VERSCHLEPPT UND
UMGEBRACHT.

- AB 1937-1945 WURDEN DIE LEBENS-
  BEDINGUNGEN DRASTISCH
  VERSCHLECHTERT, VIELE PATIENTINNEN
  STARBEN.
- 1940 WURDEN 13 JÜDISCHE PATIENTINNEN
  ABTRANSPORTIERT UND AN UNBEKANNTEM
  ORT ERMORDET.
- 1941 KAMEN 506 PATIENTINNEN NACH
  HADAMAR UND WURDEN DORT OPFER DER
  "EUTHANASIE"-VERBRECHEN.
- 1943/44 WURDEN MINDESTENS 6 PSYCHISCH
  KRANKE ZWANGSARBEITERINNEN AUS
  POLEN UND DER SOWJETUNION MIT
  UNBEKANNTEM ZIEL DEPORTIERT UND
  VERMUTLICH ERMORDET.

LEBEN UND TOD DIESER MENSCHEN SIND UNS
MAHNUNG UND VERPFLICHTUNG.


Anmerkung: Sämtliche Tafeln finden Sie am heutigen Verwaltungsgebäude, ehemals Kloster Merxhausen.
 

Gedenktafel "Displaced persons":

Die Gedenktafel für "Displaced persons", auch IRO/UNRA Gräber genannt - auf dem Merxhäuser Friedhof. Hier handelt es sich gesetzlich um Kriegsgräber, deshalb wird dieser Teil des Friedhofs auch vom Volksbund Kriegsgräber betreut.

Dank an Herrn Jürgen Damm, Arolsen.

 
Gedenktafel
 

Aus einem Grabstein wird ein Gedenkstein:

Der Grabstein des Josef Radki auf dem Merxhäuser Friedhof. Er kann künftig als Gedenkstein an die Zwangsarbeiter aus der Breitenau dienen. Die Zwangsarbeiter aus Cuxhagen/Breitenau haben in Bad Emstal in der Landwirtschaft gearbeitet, Bachbegradigungen für die Gemeinden vorgenommen, Ackerland und Wiesen "Huten" geschaffen. Informationen zur Person des Josef Radki sind im Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen in Kassel vorhanden.

Der Dank für den Erhalt des Steins geht an Frau Kirchenrätin a.D. Waltraud Regina Schmidt, Merxhausen.

 
Gedenktafel