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05.07.2020

Klageschrift der Caroline Vaupel:


Die „Renovierte Hospitalordnung von 1728“ regelte das Zusammenleben der Frauen im Hospital Merxhausen recht detailliert. Sie hatten die ihnen zugewiesene Arbeit zu erledigen, um Müßiggang und verwerfliche Handlungen zu verhindern. Insgesamt wurde ein gottgefälliger und sittlicher Lebenswandel eingefordert. Gotteslästern, Fluchen, Streiten, Schlagen, Trunkenheit und natürlich sexuelle Kontakte waren verboten. Als Bestrafung bei Übertretungen wurden Essensentzug, Einsperrung und als härteste Strafe der Hospitalverweis angedroht.

Die Frauen waren ihren Aufwärterinnen und Aufwärtern aber nicht schutzlos ausgeliefert, wie die Klageschrift der Caroline Vaupel vom 3. Juni 1796 zeigt. Die „Vaupelin“ hatte gegen einen Wärter wegen Misshandlung geklagt. Der Diener Butzbach habe sie am Klotz geschleift, wovon sie eine Wunde am Arm bekommen hätte. Hospitalitinnen, die wegzulaufen drohten, mussten eine Holzklotz am Bein tragen, so auch Caroline Vaupel.

Sie konnte dem Vogt ihre Wunde vorzeigen, und andere Hospitalitinnen hatten den Vorgang beobachtet. Der Diener Butzbach wurde daher „wegen seinem Saufen und dienstwidrigen Benehmen, überwiesener und eingestandenermaßen in zweytägige Gefängniß Strafe“ verurteilt. Der Gerichtsdiener Israel bestätigt auf dem erhalten gebliebenen Dokument, dass Butzbach seine Strafe abgesessen hat.

HStAM Best. 330 Niedenstein Nr. 1265

 

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