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18.08.2020

Das Klostermuseum öffnet wieder seine Pforten:


Mehr als fünf Monate mussten wir das Klostermuseum wegen der Corona-Pandemie schließen. Unter Beachtung der Hygieneregeln soll das Museum nun am 05. September 2020, 14.00 Uhr wieder geöffnet werden. Jeden Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr erwartet Sie die Ausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“. Sie erzählt die Geschichte der traditionsreichen sozialen Einrichtung Merxhausen. Im Mittelpunkt stehen dabei Frauenschicksale aus acht Jahrhunderten. Besuchergruppen führen wir gern nach tel. Vereinbarung (0170-2163756 oder 0173-3121949) auch außerhalb dieser Öffnungszeiten.

(Foto: Jan Richter)

 



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11.08.2020

Hysterie:


Die Hysterie gilt als die älteste aller beobachteten psychischen Störungen. In den antiken Beschreibungen der Hysterie in altägyptischen Papyri des 2. Jahrtausends vor Christus wie durch den griechischen Philosophen Platon wird die Ursache in der „erkrankten“ Gebärmutter gesehen. Die Gebärmutter (griechisch „Hystera“) wurde als selbstständiges Lebewesen im Körper der Frau betrachtet. Deshalb galt die Hysterie sehr lange als eine ausschließlich bei Frauen auftretende Erkrankung. Sie sollte sich mit hysterischen Anfällen bemerkbar machen durch Krämpfe, rauschhafte Zustände, Gebärmutter- oder Eierstockschmerzen, Verwirrungszuständen bis zum Bewusstseinsverlust, ohne dass körperliche Gründe dafür zu finden gewesen wären. Mechanischer Druck auf die Eierstöcke sollte Hysterie geplagten Frauen Entlastung bringen.

Ovarienpresse, 1878, aus: Nouvelle iconographie de la Salpȇtrière 1878

Berta Sch. Eine ledige Dienstmagd, wurde 1911 bis 1914 in der Landesheilanstalt Marburg mit der Diagnose: „hysterische Seelenstörung“ behandelt. In einem 1913 von der Anstaltszensur abgefangenen Brief an ihre Mutter schreibt Berta:

„Wie es mir sonst geht? Prachtvoll, Du pflegtest zu sagen, der Mensch ist nur dann glücklich, wenn ihm noch etwas zu wünschen übrigbleibt, demzufolge muss ich mich kannibalisch glücklich fühlen. Vorläufig liege ich noch hier im Bett & hoffe noch ein gutes Dtzd. Tage zu absolvieren, bevor mich hochwohlgeboren Herr Geheimrat aufstehen lässt; als mir geht es wunderlieblich & fein, es liegt nur daran, von welcher Seite man die Sache ansieht, eines aber kann ich dir, liebe Mama, sagen: ich habe dich ganz gewaltig lieb. Sei doch so freundlich & schicke mir nichts in die Anstalt zu Weihnachten, freuen tu ich mich doch nicht drauf.“ (LWV-Archiv, Bestand 16 Nr. K 535)

Die Beurteilung der Anstaltspsychiater: „Sehr räsonnant, ironisch, beschimpft in affektiertem Tone Ärzte und Pflegepersonal“, zeigt wenig Verständnis für Bertas Sichtweise ihres Anstaltsaufenthalts.



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07.05.2020

Part-Her Projekt:


Part-Her

Der Kultur- und Geschichtsverein arbeitet am EU-Projekt "Part-Her" mit. Ziel des Projeketes ist, dass Menschen der jeweiligen Regionen materielle und immaterielle Kulturgüter ihrer Heimat als wichtiges kulturelles Erbe auf der Internetseite www.parther.eu präsentieren können. Schauen Sie sich bitte das Projekt an und beteiligen Sie sich.



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