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19.09.2019

Eröffnung des KlosterMuseums:


 

Klostermuseum: Ab 21. September 2019 für das Publikum geöffnet

Nun ist es soweit. Die Handwerker haben ihre Restarbeiten abgeschlossen. Vitrinen und Exponate stehen. Am 18.09.2019 haben wir mit Politikern, Helfern, Förderern, Spendern und befreundeten Museen, Vereinen und Institutionen die neue Dauerausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ eröffnet.

Ab 21. September 2019 können wir Ihnen – liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger – und einem interessierten Publikum das Klostermuseum im neuen Gesicht präsentieren. Schauen Sie bei uns vorbei, das Museum ist jedes Wochenende jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr für Sie geöffnet.

Um Sie neugierig zu machen, folgen einige Frauengeschichten:

1700
Wegen Hurerei entließ man Anfang des 18. Jahrhunderts eine „wahnwitzige“ Frau aus Merxhausen. Da sie jedoch außerhalb der Hospitalmauern nicht mit der Welt und dem Leben zurechtkam, nahm man sie kurz darauf wieder in die Merxhäuser Fürsorge auf.

1911
Emma Roth (1876-1941)

Mit neun Jahren ist Emma schon Halbwaise. Ihre Schwester Maria wird ihre wichtigste Bezugsperson. Emma ist ein stark kurzsichtiges, schwerhöriges Kind, das schlecht lernt und in der Entwicklung zurückbleibt. Als Erwachsene kommen extreme Stimmungsschwankungen bis zur Gewalttätigkeit hinzu. Mit 35 Jahren bringen Maria und ihr Bruder ihre 1,50 Meter große, sehr beleibte Schwester 1911 nach Merxhausen. Die Diagnose lautet „unheilbare Idiotie“. Wegen ihrer Neigung zu körperlichen Übergriffen ist sie weder beim Personal noch den Patientinnen geschätzt. Nur schwer lässt sie sich beschäftigen oder beruhigen. 30 Jahre ist die Anstalt ihr ungeliebtes Zuhause, in dem ihre Schwester sie gelegentlich besucht, bis Emma am 3.7.1941 als Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in Hadamar
ermordet wird.

1915/16
Klara W. und Elisabeth Aimée K.

Nervöse Erkrankungen von Frauen wurden in Marburg meist mit Unterleibsbeschwerden, ehelichen oder familiären Konflikten in Zusammenhang gebracht. Bei den von der Kaiserlichen Oberpostdirektion zur Begutachtung überstellten Telegraphengehilfinnen Klara und Elisabeth erkannten sie jedoch auf Berufskrankheiten. Beide hatten ihre Probleme aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen entwickelt, die Stromschläge, Verbrennungen am Ohr und Gesichtslähmungen mit sich brachten.

Mehr über die Geschichte der sozialen Einrichtung in Merxhausen und deren Frauen erfahren Sie im Klostermuseum.

Joachim Hübner, Vorsitzender



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