Für einen vollen Funktionsumfang müssen Sie JavaScript aktivieren!

05.07.2020

Klageschrift der Caroline Vaupel:


Die „Renovierte Hospitalordnung von 1728“ regelte das Zusammenleben der Frauen im Hospital Merxhausen recht detailliert. Sie hatten die ihnen zugewiesene Arbeit zu erledigen, um Müßiggang und verwerfliche Handlungen zu verhindern. Insgesamt wurde ein gottgefälliger und sittlicher Lebenswandel eingefordert. Gotteslästern, Fluchen, Streiten, Schlagen, Trunkenheit und natürlich sexuelle Kontakte waren verboten. Als Bestrafung bei Übertretungen wurden Essensentzug, Einsperrung und als härteste Strafe der Hospitalverweis angedroht.

Die Frauen waren ihren Aufwärterinnen und Aufwärtern aber nicht schutzlos ausgeliefert, wie die Klageschrift der Caroline Vaupel vom 3. Juni 1796 zeigt. Die „Vaupelin“ hatte gegen einen Wärter wegen Misshandlung geklagt. Der Diener Butzbach habe sie am Klotz geschleift, wovon sie eine Wunde am Arm bekommen hätte. Hospitalitinnen, die wegzulaufen drohten, mussten eine Holzklotz am Bein tragen, so auch Caroline Vaupel.

Sie konnte dem Vogt ihre Wunde vorzeigen, und andere Hospitalitinnen hatten den Vorgang beobachtet. Der Diener Butzbach wurde daher „wegen seinem Saufen und dienstwidrigen Benehmen, überwiesener und eingestandenermaßen in zweytägige Gefängniß Strafe“ verurteilt. Der Gerichtsdiener Israel bestätigt auf dem erhalten gebliebenen Dokument, dass Butzbach seine Strafe abgesessen hat.

HStAM Best. 330 Niedenstein Nr. 1265

 



Kommentare
27.06.2020

Landgräfin Sophia von Hessen in der Kirche Merxhausen:


Kaum zu glauben, aber wahr; das einzige überlieferte Portrait der Landgräfin Sophia von Hessen (1571-1616) hängt in der Dorfkirche Merxhausen. Wer war diese Frau und weshalb ziert ihr Bildnis eine Gedenktafel in der Merxhäuser Kirche?

Sophia ist die vierte Tochter von Landgraf Wilhelm IV. (1531-1592) und seiner Frau Sabine von Württemberg (1549-1581). Sophias Bruder Moritz (1572-1632) – später der Gelehrte genannt – übernahm nach dem Tod des Vaters die Herrschaft über die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Sophia blieb unverheiratet und lebte am fürstlichen Hof. Sie kümmerte sich um die Erziehung der Kinder ihres Bruders und reiste durch die Landgrafschaft, aber auch nach Süd- und Norddeutschland. Sie hielt Kontakt zu Verwandten, beispielsweise zu Dorothea Maria Pfalzgräfin von Sulzbach, einer Schwester ihrer Mutter, oder der Herzogsfamilie von Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, die ihr die Patenschaft für den 1606 geborenen Sohn angebot. Sie übernahm repräsentative Aufgaben am Hofe und widmete sich der Fürsorge für arme und kranke Menschen in den landgräflichen Dörfern. Waltraud Regina Schmidt zeichnet in ihrer Biografie der Landgräfin Sophia das Bild einer „hilfsbereiten, verantwortungs- und selbstbewussten Frau“.

Testamentarisch verfügt Landgräfin Sophia, dass die jährlichen Zinsen aus der Stiftung von 2.000 Gulden den Armen im Spital Merxhausen zugutekommen sollen. Diese Stiftung sollte mehr als 300 Jahre bis 1927 bestehen bleiben.
In der ehemaligen Klosterkirche Merxhausen erinnert eine Bildtafel an die Stiftung Sophias und zugleich an das sozialpolitische Programm des hessischen Landgrafenhauses. Auf der frühbarocken Gedenktafel ist mit goldener Schrift auf schwarzem Grund ein Gedicht zu lesen. Gleich fünf Personen der landgräflichen Familie werden genannt: Philipp der Großmütige, sein Sohn Wilhelm IV., Moritz der Gelehrte und seine Frau Juliane und Landgräfin Sophia. Gekrönt wird das Kunstwerk durch die Wappen von Hessen und Württemberg und in der Mitte, durch ein Medaillon mit Sophias Portrait.

Die Symbolik dieser Bildtafel bringt zum Ausdruck, welch große Bedeutung das Hospital Merxhausen für das dynastische Gedenken an die Armenfürsorge für das Landgrafenhaus hatte.

Quelle: Waltraud Regina Schmidt; Landgräfin Sophia von Hessen (1571-1616) und ihre Stiftung für das Hohe Hospital Merxhausen, 2017



Kommentare
25.05.2020

Klostermuseum bleibt geschlossen:


Liebe Gäste,

wir dürften unser Klostermuseum wieder für Besucher öffnen. Doch sind Museumsbesuche mit zahlreichen Auflagen verbunden. Aufsichtspersonen und Besucher müssen Mundschutz tragen, das Abstandsgebot von 1,5 m muss eingehalten werden, Führungen von Besuchergruppen sind nicht zulässig, Toiletten, Türgriffe, Treppenläufe und unsere Hörstationen müssen nach jedem Besuch desinfiziert werden. Kaffee und Kuchen dürfen wir nicht anbieten. Der Vorstand hat sich deshalb entschlossen, das Klostermuseum zunächst weiter geschlossen zu halten.

Wir wollen Sie aber in den kommenden Wochen, über unsere Vereinshomepage, zu einzelnen Themen unserer Ausstellung „Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder“ informieren und hoffen Sie bald wieder, vielleicht ab September, persönlich begrüßen zu können.

.

 



Kommentare
07.05.2020

Part-Her Projekt:


Part-Her

Der Kultur- und Geschichtsverein arbeitet am EU-Projekt "Part-Her" mit. Ziel des Projeketes ist, dass Menschen der jeweiligen Regionen materielle und immaterielle Kulturgüter ihrer Heimat als wichtiges kulturelles Erbe auf der Internetseite www.parther.eu präsentieren können. Schauen Sie sich bitte das Projekt an und beteiligen Sie sich.



Kommentare